Mittwoch, 13. Juli 2011
(Sächsische Zeitung)

Volkszählung läuft in Görlitz auf Hochtouren
Von Ingo Kramer

Ein Teil der 120 Interviewer hat seine Arbeit schon jetzt abgeschlossen. Eigentlich ist für die Befragung aber noch Zeit bis Ende August.

Annerose Krause hat in diesen Tagen gut zu tun. „Im Moment staut sich die Arbeit bei uns, wir sind mitten in der Bearbeitung der ausgefüllten Interviewbögen“, sagt die Leiterin der Görlitzer Erhebungsstelle bei der Volkszählung Zensus 2011. Jeden Freitag müssen sie und ihre drei Kollegen die bearbeiteten Unterlagen an das Statistische Landesamt in Kamenz weiterleiten. Wie viele Bögen schon abgearbeitet sind, kann Annerose Krause allerdings nicht so genau sagen, denn gezählt wird nicht in Görlitz, sondern in Kamenz.

Dort ist Lydia Rauscher die Ansprechpartnerin. „Von den rund 380000 zufällig ausgewählten Sachsen sind bereits mehr als 70 Prozent befragt worden“, erklärt sie. Görlitz liegt in der Bearbeitung ungefähr im Durchschnitt.

Einen kleinen Unterschied aber gibt es: Während sachsenweit etwa 30 Prozent den Fragebogen per Post zurückgeschickt oder ihre Angaben online übermittelt haben, sind es in Görlitz nur 24 Prozent. „Insgesamt läuft unsere Arbeit reibungslos“, erklärt Annerose Krause. Ein Teil der 120 Interviewer habe seine Arbeit sogar schon abgeschlossen. Eigentlich müssen die Bögen aber erst Ende August vollständig in Kamenz sein. Zwei Görlitzer Befrager sind krank geworden und konnten ihre Arbeit nicht antreten. Für sie ist Helge Hanfeld vom Statistischen Landesamt eingesprungen. Zudem haben andere Interviewer zusätzliche Haushalte mit übernommen.

Dass jemand die Angaben verweigert hat, ist der Erhebungsstellenleiterin nicht bekannt. Allerdings gebe es Haushalte, in denen niemand angetroffen wurde. Die Zahl schätzt Annerose Krause auf ungefähr ein Prozent. Dort müsse überprüft werden, ob es Verweigerer sind oder ob die Leute beispielsweise zur Kur gefahren sind oder woanders leben. Generell aber gibt es eine Auskunftspflicht: Wer bisher nicht erreicht werden konnte, wird weiterhin kontaktiert. Sogar über den August hinaus übernimmt das Statistische Landesamt die Mahnungen an bis dahin immer noch nicht befragte Haushalte.

Die Görlitzer Erhebungsstelle übrigens bleibt mit allmählich schrumpfender Mitarbeiterzahl noch bis Mai 2012 bestehen. Ab September bekommt sie neue Aufgaben, vor allem in der Gebäude- und Wohnungszählung.

Mittwoch, 20. Juli 2011
(Sächsische Zeitung)

Zensus-Flugblatt ist gefälscht
Von Jenny Thümmler
Bislang Unbekannte haben in Königshufen Zettel mit dem Aufruf verteilt, die Nachbarn zu beobachten.
Flugblätter mit dem Logo von Zensus 2011, die jetzt in Königshufen verteilt wurden, sind gefälscht. Das bestätigt das Statistische Landesamt in Kamenz. In dem Schreiben wird behauptet, dass 86 Prozent der gemachten Angaben falsch seien und die Bewohner daher nun noch einmal zu den Lebensgewohnheiten der Nachbarn befragt würden. Angegeben ist dazu eine 0800-Nummer, die bis zum 31. Juli angerufen werden soll. Alles Unfug, heißt es von den richtigen Zensus-Mitarbeitern. Das Problem: Die Telefonnummer gehört tatsächlich zum Statistikamt, aber zu einer anderen Abteilung. Ein rechtmäßiges Flugblatt wurde verändert und damit verfälscht. „Ein bösartiger Streich von Gegnern des Zensus“, sagt Diana Münzberg-Roth vom Landesamt. „Sie wollen Unruhe unter den Befragten verbreiten.“

Kein Einzelfall. Schon mehrfach tauchten gefälschte Schreiben rund um die Volksbefragung auf. Warum das aktuelle Flugblatt ausgerechnet in Königshufen verteilt wurde, erklärt sich das Amt mit der leichten Erreichbarkeit vieler Menschen und der Anonymität der Verteiler. Genutzt hat es den Betrügern jedoch wenig: Bislang hat kein Görlitzer bei der angegebenen Nummer angerufen.




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