Bewegende Erinnerungen an eine grausame Zeit

Als junger Mann war er in Görlitz. Doch für Shlomo Graber war das ein schlimmes Kapitel.

Shlomo Graber in der ehemaligen Görlitzer Synagoge

Was er erzählte, jagte gestern manchem Schüler einen kalten Schauer über den Rücken. Shlomo Graber, heute 88Jahre alt, hat als junger Mann den Holocaust überlebt. Und zwar mitten in Görlitz, in dem Konzentrationslager am Biesnitzer Grund, das die Görlitzer Bevölkerung damals in Angst und Schrecken versetzte. Wie muss es da erst den Insassen ergangen sein? Der heute in Basel lebende ältere Herr berichtete davon. Von sadistischen Wärtern, die gern Leichen zur Schau stellten. Und von seiner Familie, die fast komplett in Auschwitz umkam. Shlomo Graber war selbst in Auschwitz, wurde aber als arbeitsfähig aussortiert. 1944 kam er ins KZ nach Görlitz, erlebte hier 1945 den Tag der Befreiung.

Im März 1996 war er zum ersten Mal an den Ort des Grauens im Biesnitzer Grund zurückgekehrt – wo heute eine Kleingartenanlage ist. Seitdem kam er immer wieder. Er hat 2005 am Gedenkmarsch von Görlitz nach Rennersdorf teilgenommen. Ist eben jenen Weg noch einmal gegangen, den er 1945 mit seinen Mithäftlingen entkräftet und bei eisiger Kälte gehen musste. Viele starben damals. Graber will davon erzählen, so lange er kann.

Quelle:
http://www.sz-online.de/nachrichten/bewegende-erinnerungen-an-eine-grausame-zeit-2834684.html





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