NPD Landesparteitag in Ostritz

Für den 21. Januar 2012 plant die NPD Sachsen ihren Landesparteitag in Ostsachsen. Zuvor hatte sie versucht, die stadteigene Festhalle in Plauen für diesen Tag zu mieten. Dies scheiterte, weil gleichzeitig ein Tanzstundenball in der Festhalle stattfindet.
So kündigt Maik Scheffler, stellvertretender Landesvorsitzender der Sachsen-NPD, an, dass als Redner Udo Pastörs, Mario Löffler und Holger Apfel vorgesehen sind. Holger Apfel, NPD-Bundesvorsitzender und Vorsitzender der NPD Landtagsfraktion Sachsen, Udo Pastörs, stellvertretender NPD-Parteivorsitzender und Vorsitzender der NPD Landtagsfraktion Mecklenburg-Vorpommern und der stellvertretende NPD Landesvorsitzende Mario Löffler werden von Scheffler als Redner angekündigt.

Musikalisch soll der Landesparteitag durch den Sänger Marco Laszcz ergänzt werden. Laut „Netz-gegen-Nazis.de“ ist er Sänger der Band „Sleipnir“, die in Kreisen der extremen Rechten zu einer der beliebtesten Bands der Szene gehört. Songs von „Sleipnir“ heißen beispielsweise „Mein deutsches Volk“, „Bomber über Dresden“ oder „Für mein Land“. Sie handeln häufig vom Stolz auf das „Vaterland“, das im Niedergang begriffen ist, und von der Notwendigkeit gegen das ungerechte „System“ zu rebellieren. [1]

Auf dem Landesparteitag soll ein neuer Landesvorsitzender der NPD gewählt werden. Dies soll nötig sein, da Holger Apfel unlängst zum Bundesvorsitzenden der NPD gewählt wurde und Udo Voigt ablöste. Relativ klar ist, dass Mario Löffler der neue NPD Landesvorsitzende wird. Laut dem Internetportal „Endstation Rechts“ ist er der Wunschkandidat von Apfel. Dieser sagte bereits im vergangen Jahr, dass er den sächsischen Landesvorsitz an seinen bisherigen Stellvertreter Mario Löffler abgeben werde. Löffler zählt nicht zur ersten Garde der Partei. Bislang ist er meist regional in Erscheinung getreten, bundespolitisch spielt er keine Rolle. Er ist Vorsitzender des NPD-Kreisverbandes Erzgebirge und Chef der dortigen Kreistagsfraktion mit fünf Abgeordneten. [2]

Ostsachsen, Ostritz, Hotel Neisseblick – möglicher Austragungsort?!
Im Oktober 2011 erschien in der Sächsischen Zeitung ein Artikel, nach dem der Bundesparteitag der NPD in Ostritz stattfinden könnte. Nachdem die Stadt Dessau-Roßlau die Nutzung der Anhalt-Arena untersagte, musste die NPD ein Ausweichobjekt finden. Klaus Beier (NPD) äußerte damals, dass in „mehreren Städten Anfragen zur Durchführung des Bundesparteitages“ laufen.
Angefragt wurde scheinbar auch im Hotel Neisseblick in Ostritz. Im Jahr 2011 sagte Peter Fischer, Betreiber des Hotels „Neisseblick“ in Ostritz (Kreis Görlitz) gegenüber dem „MDR“: Die NPD könne „jederzeit in das Haus hinein“. Daneben versucht der Hotelbesitzer, das Grundstück samt Gebäuden zu verkaufen. Um die Stadt Ostritz und den Landkreis Görlitz zu ärgern, hatte er auch damit geliebäugelt, das Hotel an die NPD zu veräußern. [3]
Fischer war nach dem Hochwasser verärgert, dass er angeblich zu wenig Unterstützung zum Wiederaufbau des Hotels erhielt. Die Revanche?
Da es sich bei dem Hotel Neisseblick um ein Privatgrundstück handelt, dürfte ein eventuelles Verbot durch die Kommune vor Gericht kaum Stand halten.

Ob und in welcher Form sich Protest gegen den NPD Landesparteitag regt, wird sich zeigen. Die Polizei teilte auf Anfrage mit, dass „die Absicht der NPD Landesgruppe Sachsen bekannt sei, am Samstag, den 21.01.2012 einen Landesparteitag in Ostritz durchzuführen, falls deren ursprüngliche Planung für Plauen nicht durchführbar ist. In diesem Zusammenhang bereitet die Polizeidirektion Oberlausitz-Niederschlesien einen Polizeieinsatz für diesen Tag vor.“





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