Fröhliche Weihnachtszeit? – Teil 2

Kalipäus Herbrig

Auch 2010 dürfen wieder Görlitzer Neonaziaktivisten die Weihnachtszeit hinter Gittern verbringen (siehe 2009: Fröhliche Weihnachtszeit? – Teil1). Nach Aussage eines Informanten aus der Görlitzer Naziszene handelt es sich dabei in einem Fall um Toni Herbrig. Er war in einige brutale Übergriffe verstrickt (siehe: Brutale Nazigewalt in Görlitz). In einem Fall (Oktober 2010) ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen versuchten Mordes. Sollte sich dieser Verdacht vor Gericht bestätigen, drohen ihm wohl selbst nach Jugendstrafrecht einige Jahre Haft.

Die anderen Inhaftierten sollen aus Herbrigs unmittelbarem Freundeskreis stammen und ebenfalls Neonazi – Aktivisten sein. Dazu gibt es allerdings noch keine bestätigten Informationen. Im Internet finden sich allerdings auf der ostsächsischen Party – Community Snapscouts einige Solidaritäts – Bekundungen bei Neonazi – Profilen. So z.B. im Gästebuch des Profils von Manuel Kalipäus oder eben auch Toni Herbrig.

Ganz offensichtlich unterstützen die Görlitzer Neonazis und ihr soziales Umfeld die brutalen Gewalttaten von Toni Herbrig und Co, solidarisieren sich mit Ihnen und unterstützen sie. Eine kritische Auseinandersetzung mit der brutalen Tat findet sich nirgendwo. Weder auf der (kaum gepflegten) Internetseite der Freien Kräfte Görlitz, noch bei den Gesinnungsgenossen von der NPD Görlitz, noch auf den zahlreichen Profilen der Görlitzer Nazis bei diversen Internet – Communities wie Jappy oder the reality.

Im Jahr 2009 saß Toni Herbrigs Bruder David ebenfalls zur Weihnachtszeit in Haft. Auch er war an Körperverletzungen beteiligt. Dass Toni Herbrig die Tat begangen haben könnte, passt durchaus ins Bild. Er ist ein erfahrener Kickboxer und bereits früher durch Gewalttätigkeiten aufgefallen, auch wenn er dafür nach unseren Recherchen bisher nie vor Gericht stand. Ob er derjenige war, der zugetreten oder zugeschlagen hat, ist nicht bekannt. Zuzutrauen wäre es ihm aber auf alle Fälle. Neben seinem gewalttätigen braunen Engagement war Toni Herbrig auch regelmäßig auf rechten Demonstrationen zu sehen. So z.B. zuletzt im Herbst 2010 in Leipzig und Döbeln.

Wenn Toni Herbrig nicht gerade auf Personen einschlägt, dann ist er zumindest bis Herbst 2010 beim Görlitzer mittelständischen Unternehmen Maschinsky und Krause angestellt gewesen und hat für diese Kabel verlegt. Ob dieses Unternehmen von seinem braunen Engagement wusste, darf bezweifelt werden. Dies wird sich spätestens seit der Haft auch geändert haben.

Aufgrund des noch recht geringen Alters der inhaftierten Neonazis könnte es durchaus sein, dass es eine Verhandlung nach dem Jugend – Gerichts – Gesetz gibt. Dies würde auch heißen, dass der Prozess wohl nicht allzu lange auf sich warten lässt.

Wir dürfen also gespannt sein.





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